Kundgebung am 05.04.2014 um 13.00 Uhr in der Viehofer Straße

Aufruf des Antifa-Cafés im AZ Mülheim
Vor nunmehr fünf Jahren öffnete in der Essener Innenstadt mit dem „Oseberg“ ein Ladengeschäft, das ausschließlich Kleidung der extrem rechten Marke „Thor Steinar“ verkauft. Diese Filiale ist nach wie vor die einzige ihrer Art in NRW. Die Demo im September letzten Jahres war der nach längerer Pause erste Protest gegen den Naziladen seit langem. Zuvor war es um den Laden recht still geworden. Da der Mietvertrag des „Oseberg“ Ende September letzten Jahres verlängert wurde und der Oseberg immer noch nicht weg ist, werden wir weiter protestieren und dafür kämpfen, dass der Laden endlich verschwindet. Wir wollen damit die Proteste für die Schließung des rechten Modegeschäfts weiter fortführen und die öffentliche Diskussion weiter voranbringen.

Neonazi-Marke „Thor Steinar“ im Mainstream
„Thor Steinar“ gilt immer noch als Trendmarke in der extremen Rechten. Die Marke wurde 2002 von Neonazis im brandenburgischen Königs Wusterhausen registriert und verfügt hierzulande derzeit neben einem Internet-Versandhandel über zwölf begehbare Ladengeschäfte, die fast ausschließlich in den neuen Bundesländern angesiedelt sind. Der Jahresumsatz des Unternehmens liegt mittlerweile im siebenstelligen Bereich.
Die Marke wird zwar von Neonazis für Neonazis produziert, hat allerdings schon längst den begrenzten Kreis an Szeneangehörigen verlassen. Das liegt einerseits daran, dass das Unternehmen neben Artikeln, die etwa unverkennbar zu Gewalt gegen Antifaschist_innen aufrufen, auch Kleidungsstücke im Sortiment führt, die eher subtil positive Deutungsmöglichkeiten bezüglich nordisch-völkischer Mythologie, Kolonialismus und NS-Ideologie eröffnen. Andererseits konnte die Marke durch ihre zahlreichen – meist innenstadtnahen – Ladengeschäfte in die Öffentlichkeit vordringen und dadurch präsenter und zugänglicher werden als alle anderen expliziten Neonazi-Läden und -Marken. Diese konnten sich nie richtig von ihrer ästhetischen Ideenlosigkeit, stilistischen Altbackenheit und ihrem anrüchigem Hinterzimmer-Charme befreien. Im Gegensatz dazu war und ist es „Thor Steinar“ möglich, den Kundenstamm über das eigene NS-Klientel hinaus zu erweitern.

„Thor Steinar“ im Ruhrgebiet
Seit 2007 konnte also im Ruhrgebiet, dank erfolgreicher Proteste, die rechte Bekleidungsmarke nicht mehr über Ladentische verkauft werden. Am 3. April 2009 eröffnete dann an der Viehofer Straße 20, in der Essener Innenstadt mit dem „Oseberg“ ein eigener „Thor Steinar“-Laden, der der erste und nach wie vor einzige in NRW ist.
Unmittelbar nach der Eröffnung kam es zu ersten Protesten gegen das Geschäft. So demonstrierten am 6. April 2009 rund 200 Menschen gegen den „Oseberg“. Es folgten weitere Demonstrationen mit 200 und 500 Teilnehmer_innen am 18. April und am 6. Juni 2009. Am Rande dieser Veranstaltungen kam es jedes Mal zu Provokationen von Mitarbeiter_innen des rechten Bekleidungsgeschäftes, die beispielsweise versuchten, Demonstrationsteilnehmer_innen zu fotografieren.
Neben Demonstrationen und Kundgebungen kam es seit der Eröffnung zu zahlreichen Sachbeschädigungen gegen den Laden. Unbekannte schlugen mehrfach die Scheiben des „Oseberg“ ein und verübten Farb-Attacken, weshalb die Schaufenster über Jahre hinweg mit schwarzen Holzlatten verkleidet wurden.
Zwischenzeitlich hatten sich die Proteste gegen den Laden weitgehend gelegt. Die letzte Antifa-Demonstration sollte den Auftakt zu einer neuen Kampagne zur Schließung des Ladens eröffnen, da auch die Sachbeschädigungen so weit zurückgegangen sind, dass der Betreiber des „Oseberg“ die Holzlatten-Verkleidung von seiner Fassade entfernen konnte und die Verkaufsfiliale zumindestens die meiste Zeit den Eindruck eines normalen Geschäfts erweckt. Die Forderung nach Schließung vom “Oseberg” wollen wir in Fortführung der Demo im September aufrecht erhalten! Der Mietvertrag des „Oseberg“ ist zwar verlängert, Naziläden gehören aber noch lange nicht ins Stadtgebiet. Aus diesem Grund rufen wir als antifaschistische Gruppen zum fünften Jahrestag der Eröffnung des “Oseberg” zu einer Kundgebung gegen den Nazi-Laden auf! Wir wollen öffentlich deutlich machen, dass wir keine rechten Geschäfte dulden werden!

Kommt am Samstag, dem 5. April 2014, nach Essen! Treffpunkt ist um 13 Uhr vor dem Oseberg in der Viehofer Straße 20.

Erfolgreiche Demo gegen „Oseberg“

Rund 150 Menschen haben am Samstag für die Schließung des Nazi-Ladens „Oseberg“ in der Essener Innenstadt demonstriert, das seit seiner Eröffnung April 2009 ausschließlich Artikel der rechten Modemarke „Thor Steinar“ verkauft. Der Mietvertrag des Ladens wurde mittlerweile bis März 2019 verlängert, doch wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass der Nazi-Laden so schnell wie möglich dichtgemacht wird.

Die Essener Lokalpresse berichtete sowohl im Vorfeld als auch im Anschluss an die Demo ausführlich über unser Anliegen:

Der Westen: Erneuter Protest gegen „Oseberg“ (18.09.)

ak[due]ll: Demo gegen Essener Thor-Steinar-Laden Oseberg (26.09.)

Der Westen: Neonazi-Laden „Oseberg“ darf doch bis 2019 in Essener Nordcity bleiben

Der Westen: 150 Essener demonstrieren friedlich gegen Neonazi-Geschäft „Oseberg“ (28.09.)

Presse berichtet über Demo am Samstag

Kurz vor der Demo berichtet das Nachrichtenportal „Der Westen“ noch einmal über die Verlängerung des Mietvertrags, die Reaktionen auf die neueste Entwicklung bezüglich des Naziladens „Oseberg“ und die Proteste am Wochenende. Auch die studentische Zeitung „ak[due]ll“ hat unserer Demo einen längeren Artikel gewidmet. Wir hoffen, am Samstag bei optimalen Witterungsbedingungen möglichst viele Menschen um 12.00 Uhr auf dem Hirschlandplatz in der Essener Innenstadt begrüßen zu dürfen.

Der Westen: Neonazi-Laden „Oseberg“ darf doch bis 2019 in Essener Nordcity bleiben

ak[due]ll: Demo gegen Essener Thor-Steinar-Laden Oseberg

Update zur Demo am 28. September

Route
Die Demonstration beginnt um 12.00 Uhr. Die Auftaktkundgebung wurde von der Polizei auf den Hirschlandplatz verlegt. Der Fußweg beträgt vom Hauptbahnhof aus etwa fünf Minuten. Alternativ erreicht Ihr den Hirschlandplatz mit den U-Bahnen der Linie U11, U17 oder U18 Richtung Berliner Platz.
Die Demo-Route führt durch die Essener Innenstadt und endet in Sichtweite des “Oseberg”-Ladens.

Zukunft des “Oseberg”
Nach Informationen des Bündnisses “Essen stellt sich quer” ist der Mietvertrag für die Immobilie in der Viehofer Straße 20 bereits um fünf Jahre verlängert worden. Der Eigentümer behauptet, der Vertrag, der eigentlich im März 2014 auslaufen sollte, habe für den Mieter die Möglichkeit enthalten, das Mietverhältnis um fünf Jahre zu verlängern.
Ob mit Kündigung oder ohne, wir bleiben dabei: “Oseberg” muss weg! Wenn eine Kündigung nicht die erhoffte Lösung des Problems bringt, müssen wir andere Mittel und Wege finden, den Naziladen dichtzumachen.

Parteienpräsenz auf der Demo
Die organisierenden Gruppen haben beschlossen, dass auf der Demonstration keine Fahnen, Transparente oder Werbetafeln von Parteien oder parteizugehörigen Organisationen gezeigt werden sollen. Darüber hinaus bitten wir euch, darauf zu achten, dass mitgebrachten Fahnen und Transparente einen für Außenstehende erkennbaren Bezug zum Anliegen der Demo haben.

Weitere Veranstaltungen am 28.09.
Im Anschluss an die Demonstration besteht die Möglichkeit, gemeinsam zum Straßenfest gegen die NPD-Zentrale in Essen-Kray zu fahren. Anwohner*innen wollen dort zwischen 11.00 und 17.00 Uhr mit einem “Fest der Begegnung” gegen die Landeszentrale der Neonazi-Partei protestieren, die im Herbst 2012 eröffnet wurde.

Am Abend findet in der Mülheimer Innenstadt noch eine Tanz-Demo für den Erhalt der abrissbedrohten Häuser in der Wissollstraße statt.

„Der Westen“ berichtet über Anti-Oseberg-Demo

Das Nachrichtenportal „Der Westen“ berichtet am 18.09. ausführlich über unsere Demonstration. In dem Artikel kommt auch der Vermieter der Immobilie in der Viehofer Straße 20 zu Wort, der davon ausgeht, dass die „Oseberg“-Betreiber die Räumlichkeiten noch weitere fünf Jahre behalten können: „Oseberg hat eine Option, für weitere fünf Jahre zu verlängern. Das wurde in Anspruch genommen. Meine Anwälte und ich können daran leider nichts ändern. Ich bedauere das sehr, mir sind die Hände gebunden.“ Diese Angaben decken sich mit Informationen, die wir vom Bündnis „Essen stellt sich quer“ erhalten haben.

Ob mit Kündigung oder ohne, wir bleiben dabei: Oseberg muss weg!

Der Westen: Erneuter Protest gegen „Oseberg“